Musik

Published on November 16th, 2015 | by Toni Forsati

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Roger & Schu Interview

Ich traf mich mit Roger & Schu zu ihrer Tour in München und führte ein unterhaltsames Interview für rap.de mit ihnen. Dabei ging es u.a. um die Blumentopf Auflösung und Alkohol auf Tour. Viel Spaß 🙂

http://rap.de/features/c37-interview/69254-roger-schu-ueber-das-ende-von-blumentopf-interview/

 

Das komplette Interview gibt’s natürlich auch hier:

 

Die Nachricht verbreitete sich in den sozialen Netzwerken wie ein Laubfeuer: Blumentopf löst sich auf! Ein Abschiedskonzert wird für das kommende Jahr angekündigt, welches innerhalb eines Tages ausverkauft ist. Die Nachricht kam für viele überraschend, da gemunkelt wurde, dass nach dem Roger&Schu Album „Clap your Fingers“ sicherlich ein neues Blumentopf Album erscheinen wird. Falsch gedacht.

Roger & Schu befinden sich gerade auf ihrer Album Tour. Kurz vor ihrem Tourbeginn traf ich mich mit ihnen und unterhielt mit ihnen über das Blumentopf Ende, Alkohol auf Konzerten, ihr Einsatz beim WIR Benefizkonzert und Newcomer.

 

 

Eure Tour beginnt jetzt. In eurer „Deine Jungs meine Jungs“ Manier: Was hat sich für euch geändert, wenn ihr auf Tour seid? Was war früher für euch üblich auf Tour, was macht ihr heute? Ingwer Tee statt Augustiner?

Schu: Das ist das Schlimme leider: da hat sich wirklich wenig geändert. Also wir schaffen es schon so profesionell zu sein dass wir uns mit Vorliebe gleich am ersten Tag der Tour euphorisiert abschießen und dann merken „Das hätten wir lieber nicht machen sollen“. Das Bühnen-Bier ist nicht durch Bühnen-Tee ersetzt worden. Eigentlich steht es schon immer noch im Vordergrund mit den Fans zu feiern und nach der Show vielleicht noch wohin zu schauen und einfach die Zeit zu genießen und nicht bewusst kürzer zu treten.

Du auch Roger?

Roger: Ja, es sind die gleichen guten Vorsätze wie früher, die man genau so nicht einhält wie früher. Es ist ganz schlimm eigentlich (beide lachen). Man müsste aus der Erfahrung doch gelernt haben.

Wie schaut so ein Touralltag bei euch aus? Was macht ihr bis zum Beginn des Konzertes? Ihr als alte Deutsch-Rap-Profis, die schon unzählige Konzerte auf dem Buckel haben. Was macht ihr da, was tut ihr um euch vorzubereiten? Habt ihr da nach all den Jahren eure eingespielten Ritualien?

Schu: Wir hängen (lautes Gelächter). Wir hängen relativ in den Seilen. Ich glaub, wenn man uns vor der Show sehen würde, würde man nicht denken, dass da noch irgendetwas abgeht. Wir sind da doch eher die Backstage-Raum Chiller. Wir schauen uns gerne aber noch die Stadt an, wenn wir die Zeit dazu haben – je nachdem wann wir ankommen. Als wirkliche Vorbereitung für die Show ist es wirklich ein Abhängen mit dem Fokus des Kräfte- und Energiebündelns für die Show. Danach ist es eigentlich umgekehrt. Da stehen wir dann am Merchandise Stand, reden, trinken und haben einfach Spaß mit den Leuten.

Roger: Für uns ist der Backstage Raum nicht nur wichtig, dass wir abgeschottet von den Leuten sind und unsere Privatsphäre haben, sondern dass wir auf keinen Fall vor der Show gesehen werden. Das ist viel wichtiger. Weil wenn uns manchmal Leute vor der Show sehen denken sie „Wow, sind die schlecht drauf?“. Aber man ist so hab konzentriert und zum Teil auch angespannt. Ich bin ich jetzt auch nicht in Partylaune vorm Auftritt. Wenn es dann los geht freue ich mich voll aber die Stunde davor willst du einfach nur, dass es endlich anfängt. Auch nach Jahren der Bühnenerfahrung: das ändert sich nie.

Und danach?

Schu: Man ist ja so ein bisschen dabei, dass man auf der Bühne schon ein paar Bier trinkt. Danach brauchst du ja keine Textsicherheit um mit irgendwelchen Taxifahrern zu reden. Du musst dir für den Abend maximal drei Sachen merken können bis du wieder im Hotel bist oder im Tourbus. Deshalb ist danach eigentlich alles wurscht. Das merkt man dann auch.

In Bezug auf euren Track „Nazi“: Ihr beiden, seid ihr Augustiner-Bier-Nazis? Oder kanns auch mal ein Beck’s Green Lemon sein?

Schu: Es kann erschreckenderweise ziemlich alles sein. (Gelächter) Aber Beck’s Green Lemon … Nee, das geht wirklich nicht. So weit würde ich nicht gehen. Aber auf der Bühne macht’s dann natürlich immer Spaß gutes Bier zu fordern und sich über die Plörre die manchmal vor Ort ist aufzuregen. Aber am Ende hast du dann doch Flaschenweise getrunken.

 Also doch keine Bier-Nazis?

 Roger: Nein, wir sind nicht hart genug um als Bier-Nazis durchzugehen.

Ich musste die bayerische Bier-Kultur ja auch erst lernen und verstehen nachdem ich nach Bayern zog. Da trank ich zunächst noch mein Funky-Mix-Bier-Getränk – was im Norden scheinbar kein Ding zu sein schien. Doch in Bayern war dann die Reaktion gleich „WAS!? Du trinkst so einen Mist!? Oh Gott, hier trink ein echtes Bier. Integration, Bierkultur!“

Roger: Ja, so ein Reinheitsgebot ist schon was cooles.

Wo wir gerade dabei sind über euer Tourverhalten und die Live-Performance zu sprechen: Worauf freut ihr euch am Meisten? Wenn ihr euch vor Beginn einer Tour befindet, was sind so die Elemente oder die Apsekte worauf ihr euch am Meisten freut?

Roger: Eigentlich freuen wir uns darauf, dass wir jetzt die ersten Auftritte so richtig spielen, nachdem unsere Platte rausgekommen ist. Darauf freue ich mich sehr. Und dass man auch die Chance hat Fehler die man an einem Tag macht, am nächsten Tag gleich wieder auszubügeln. Natürlich probt man auch schon vor der Show, aber du kommst so richtig als Live-Team in Schwung wenn du mal drei bis vier Auftritte nacheinander absolviert hast. Nächste Woche auch. Das ist wie so ein großer Workshop oder Trainingslager. Ich freu mich die Tour zu rocken und dass alles geil wird und alle gesund bleiben. Aber wie es Schu bereits gesagt hat mit dem Abschießen am ersten Tag: Das ist eigentlich so ein Schmarrn. Man sagt sich am ersten Tag „Hey, ich bin voller Energie und Motivation“ und du denkst dir das verkraftet dein Körper easy. Das habe ich auch schon vor 20 Jahren gedacht, aber mein Körper hat’s nie easy verkraftet. Aber man hat’s trotzdem immer noch hingekriegt. Geht ja nicht anders. Jetzt sind wir halt 2 Rapper auf der Bühne und nicht mehr vier wie mit Blumentopf. Wenn einer von uns fehlt, fehlen gleich mal 50% Rap.

Schu: Wir sind als 2 Rapper nun so alt wie wir damals als vier Rapper zusammen waren.

Wo wir jetzt beim Trinken sind: Ich bin jetzt 29 geworden und kann eigentlich auch nicht mehr im gleichen Maße Alkohol trinken wie einst mit 18. Da konnte man am Wochenende problemlos noch 2 Tage hintereinander feiern gehen. Das ist nun Umgekehrt. Wenn ich nun einmal gemütlich was Trinken gehe, liege ich zwei Tage danach flach. Wie ist es bei euch so? Wie kriegt ihr den bösen Kater in den Griff?

Roger: Ich muss sagen: Das macht mehr der Lebenswandel als das Alter. Ich war einfach mit 18 oder mit 20 öfter Trinken als ich es nun mit 35 tu . Es ist schon so, dass es mich nun auch immer total zerlegt, aber ich sauf auch einfach nicht mehr so oft wie früher. Aber wenn ich es wieder ein paar mal mache – also auf Tour – dann bin ich schon gut dabei und kanns relativ gut weg stecken.

Schu: Also den wirklich totalen Vollabsturz gab’s schon immer, in jedem Alter. Ich kann jetzt für mich sprechen, dass ich auf Tour teilweise echt schlechte Erfahrungen damit gemacht habe. Die Tour ist schon sehr wichtig und da bin ich professionell genug und kann dann schon sagen „OK, jetzt passt es“. Das kann ich im Privatleben weniger, wenn ich mal Party mach (lautes Gelächter). Ich hab natürlich auch schon bewusstlos in irgendwelchen Busgängen gelegen und hab mich den gesamten nächsten Tag bis zur Show mit Aspirin fit gemacht. Das kommt aber so in der Intensität auch nicht mehr vor.

Apropos professionelle Shows: Ihr seid vor 25 000 Münchnern auf dem WIR Benefizkonzert aufgetreten. (Die Stadt München hat dieses Benefizkonzert für die ganzen Helfer der Flüchtlingskrise veranstaltet. Mit Herbert Grönemeyer, Fettes Brot, Fiva usw.) Wie war das für euch vor so vielen Menschen in eurer Heimatstadt in diesem Zusammenhang aufzutreten?

Roger: Es war für uns ein bisschen irre, denn wir haben zu dem Konzert zugesagt weil es ein Bekannter von uns mitorganisiert hat. Da war das aber noch viel kleiner geplant und eigentlich war’s erst nur eine Roger&Schu Show. Dann haben wir uns aber gedacht, dass es eigentlich eine Blumentopf Show sein sollte. Als wir dann auf die Bühne kamen und wir gesehen haben wie viele Menschen da waren … Naja, mental war ich nicht ganz darauf vorbereitet. Du performst dann halt drei, vier Lieder und es ist schon merkwürdig, weil wir bereits einige große Blumentopf Shows gespielt haben.  Das WIR Benefizkonzert war jetzt nicht das allergrößte, aber gehörte mit zu den größten Shows und da vom Gemütszustand so unvorbereitet auf die Bühne zu gehen war schon krass, da keiner so eine Menge erwartet hat. Ich fands geil, dass so viele Leute da waren. Ich fands auch wirklich geil dass so viele Künstler mitgemacht haben, obwohl viele im vornherein gesagt haben „Ahhh, jetzt verliert das ganze den politischen Aspekt. Jetzt kommen die Leute auch wegen der Musik!“ Aber das finde ich ja bei solchen Sachen ganz cool, dass du auch Leute anwesend hast, die jetzt gar nicht darauf vorbereitet waren, dass sie da irgendeine Message mitkriegen. Selbst wenn viele zunächst nur wegen der Musik kamen – sie gingen mit einem Statement! Du erreichst die Leute, wenn du sie nicht schon längst erreicht hast. Oft ist es ja so, dass du auf ein Roger&Schu Konzert gehst und da sind sich alle eigentlich größtenteils einig. Da kannst du sagen „Dieses und jenes ist doof“ und da werden dir 99% der Leute zustimmen. Und wenn du jetzt Leute hast, die einfach mal so wegen der breiten Anzahl an Künstlern vorbei schauen, weil es ein kostenloses Open-Air Konzert ist, dann hast du wenigstens das Gefühl, dass eine Ansage vielleicht noch paar Leuten einen Anstoß zum Nachdenken gibt. Es war ein cooles Zeichen und es ist immer schwer, wenn der Protest bzw. die Unterstützung zum großen Event wird. Aber so läuft es halt und du möchtest ja auch viele Leute erreichen.

Hinsichtlich der Flüchtlingskrise war München der Dreh- und Angelpunkt des Geschehens in Deutschland. Hier sind täglich aus Osteuropa mehrere tausend Menschen angekommen. Wie war das für euch hier in München? War die Thematik für euch greifbar? Habt ihr das ganze bewusst wahrgenommen oder war es für euch eher ein abstraktes Thema, welches ihr eher peripher wahrgenommen habt, da ihr so in eurer Albumproduktion vertieft wart?

Schu: Wir haben es eigentlich schon mitbekommen, klar. Es war ja in München nicht zu übersehen, vor allem wenn man beim Bahnhof vorbei kam. Es gab auf der einen Seite das Hilfezentrum was die Leute eingerichtet haben und auf der anderen die ganzen Polizisten, die die Leute, die so aussahen als kämen sie nicht von hier, kategroisch durchsucht und nach ihren Personalien gefragt haben. Du kannst nicht hier in München leben ohne dass du das ganze in irgendeiner Form mitbekommen hast. Aber hier im Viertel, also im normalen alltäglichen Leben, ist es eigentlich so, dass du wenig mitbekommen hast. Vor kurzem waren Freunde aus dem Rheinland da und die wollten nicht zum Marienplatz, weil sie meinten „da sind doch die ganzen Füchtlinge und es ist so gefährlich.“. Es ist krass zu sehen wie die Außenwirkung für die Leute ist, die nicht von hier sind. Es wurde nach Außen dargestellt,  als ob hier landunter wäre – was ja so nicht der Fall ist. Aber alles in Allem hat man das schon alles mitbekommen, aber in meinem alltäglichen Leben hatte es keinen direkten Einfluss gehabt, sodass es jetzt eine große spürebare Veränderung gegeben hätte.

Roger: Ja, da muss ich dem Schu absolut zustimmen. Sehr gut formuliert auch und vorgetragen (Lachen). Was mir persönlich eher mit Flüchtlingen aufgefallen ist, ist dass der Gegenwind da so krass geworden ist und dass die Leute sich von Rattenfängern fangen lassen.

Mir ist es persönlich aufgefallen, dass zunächst auch von der normalen Bevölkerung aus der Mitte der Gesellschaft nach gewissen Startschwierigkeiten die Meinung vertreten wurde „Ok, helfen wir den Flüchtligen“. Aber jetzt wo diese zugezogenen Menschen wirklich ein Teil ihres Alltags geworden sind und man sie auch täglich auf den Straßen trifft und es kein abstraktes Thema mehr ist, müssen sich die Leute wirklich mit ihnen auseinander setzen. Jedoch merkt man schon, dass sich jetzt mittlerweile eine gewisse Unsicherheit innerhalb der Bevölkerung breit macht. Das erkenne ich sogar bei Personen aus meinem direkten, persönlichen Umfeld, die dann sagen „Ok … ich weiß jetzt doch nicht ob das so eine gute Idee war sie aufzunehmen. Man hört doch von so vielen Übergriffen und Diebstählen. Es sind jetzt ja auch so viele da.“

Roger: Es gibt natürlich Probleme. Es ist ja nicht so, dass wir sagen „Jetzt kommen ganz viele Flüchtlinge und alle lächeln und klatschen, wenn sie am Bahnhof ankommen.“ Man sieht alles im Fernsehen: wie irgendwelche Boote kentern und überall irgendwelche Kriege herrschen.  Das ist alles immer so abstrakt für den Zuschauer, das ganze so weit weg ist.  Dann schaltet man um beim Essen, weil es so unappetitlich ist. Aber irgendwann – und das ist jetzt – ist man selber ein Teil des Ganzen.Man kann nicht mehr umschalten, weil es einem zu ungemütlich ist. Die Leute sind nun hier und man muss sich jetzt damit konstruktiv auseinander setzen.

So wie manche hier am Wohlstand beteiligt sind, sind diejenigen genau so an der Armut der anderen beteiligt. Ich finde es ist bestimmt jetzt auch nicht so easy alles im handumdrehen zu lösen. Aber diejenigen, die sich am meisten bedroht fühlen sind ja diejenigen die nichts haben . Das ist das doofe! Du hast ja die Unterschicht, wenn man sie so bezeichnen mag, also diejenigen denen es finanziell nicht gut geht und meist auch keine gute Bildung aufweisen können. Der Arbeitslose fühlt sich ja quasi mehr unter Druck gesetzt als der richtig Reiche, weil die Verteilung des Vermögens so scheisse ist. Da streiten sich wirklich die Armen und Schwachen miteinander. Das finde ich wirklich schlimm. Wobei das Grundproblem ja ist, dass es so viele Geldmengen gibt, die aber bei den sozial schwachen Gruppen nicht hinkommen. Da müsste man eher mal schauen, dass man einen kleinen teil dieses lächerlich Hohen Vermögens wegnimmt und sie verteilt, denn die Leute, die einem wirklich was weg nehmen sind nicht die Flüchtlinge.

Schu: Ich kann das eigentlich genau so sagen. Die Gruppe, die der Bevölkerung was wegnimmt, die gibt es, aber es sind nicht die Flüchtlinge. Es sind diejenigen bei denen alles darauf angelegt ist, dass sie noch reicher werden. Die Bankenrettung war z.B. eine Sache wo das Kapital sich nur selber retten wollte (mit unseren Steuergeldern). Das System ist einfach darauf aufgebaut, dass immer weniger Menschen immer mehr haben und wenn jetzt einfach Flüchtlinge kommen und sich alles ändert dann müsste man, wenn man alles wirklich fairer gestalten will und wirklich helfen mag, das System reformieren. Weil es ist wirklich eigentlich schon genug für alle da, es ist nur beschissen verteilt.

Einige Tage nach dem WIR Benefizkonzert war ich bei FIVA hier in München. Sie trat in der Muffathalle auf und es war echt überwältigend zu sehen, dass sie da auf der Bühne stand und wirklich solch eine Energie ausgestrahlte. Sie war vor allem auch stolz auf ihre Stadt München und diese Freude zeigte sie auch. Sie stand auf der Stage und wiedrholte mehrere Male „Ich bin stolz auf euch in München“. Wie ist es für euch so als alteingesessene Münchner nach dem WIR Benefizkonzert: Wie seht ihr eure Stadt? Seid ihr im gleichen Maße stolz auf München wie z.B. Fiva?

Schu: Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich diese ganze Flüchtlingshilfsbereitschaft (als sie da war) sehr überrascht hat. Das muss ich ganz ehrlich sagen, weil eigentlich München bzw. Bayern für etwas ganz anderes steht – und das ist auch nicht ganz unbegründet. Aber diese ganze Hilfsbereitschaft hat glaube ich etwas ausgelöst. Die Leute, die da geholfen haben und die einfach mal persönlichen Kontakt hatten zu Menschen, die in Not sind und die sich ein bisschen mehr damit beschäftigt haben als sich das nur im Fernsehen anzuschauen, die sind jetzt relativ immun gegen das was jetzt passiert. Weil die einfach gesehen haben, dass es alles Individuen sind, die herkommen. Das ist sehr schön für München und das wird auch nachhaltig bleiben. Das ist nicht mehr auszumerzen. Jemand, der da drei Wochen da stand und geholfen hat, der ist immun gegen Herrn Seehofer und seine ganze Hetze, die er da so vom Stapel lässt. Da bin ich überzeugt davon.

Es gibt auch Städte wie Dresden, die eine ganz andere Atmosphäre an den Tag legen. Das ist in München gott sei Dank nicht so, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass ich stolz bin. Ich würde eher sagen, dass ich froh bin dass dieses Bild von München (und kein anderes) in der Öffentlichkeit gezeigt wurde und bin dankbar für alle, die sich da eingebracht und geholfen haben. Auf irgendetwas stolz sein, da hab ich immer so mein Problem damit – insbesondere wenn es um Städte oder Länder geht. Es ist auf jeden Fall etwas worüber man sich freuen kann und sehr sehr dankbar sein kann für alle, die da mitgeholfen haben, sodass dieses Bild von München in die Welt gegangen ist.

Also bist du jetzt nicht so der Lokalpatriot?

Schu: Ich werde zum Lokalpatrioten, wenn jeman meine Stadt maadig macht  (lacht). Auch wenn sie die maadigste Stadt der Welt sein sollte. Oft ist es ja so: wenn du irgendwo bist (ob nun Berlin, Hamburg oder sonst wo)  und erzählst, dass du aus München kommst, kriegst du oft ein „Ahhh, München, Nazi Stadt, Münchner Polizei, Law and Order, Blablabla…“ entgegen. Das kann ich nicht haben, diese Verallgemeinerung egal ob du sagst du bist super stolz auf dies oder das oder du findest etwas super scheisse. Es ist immer blöd, weil die Anzahl der Idioten macht erst deine Stadt wie Retrogott gesagt hat und wir haben verdammt nette Idioten hier in München (lacht).

Roger: Ja … ich stimme ihm zu (lacht)

In eurem rap.de Interview zu eurem Albumrelase habt ihr zugegeben dass ihr Gamer seid und auch eure Kontakte zu Rocketbeans und Gamestar/Gamepro habt. Das sieht man auch, wenn man sich das Video zu „Deine Jungs / Meine Jungs“ anschaut. Da ist ja quasi ein Großteil der deutschen Gamer-Elite vertreten. Ihr wart ja selber auch auf der Gamescom und habt mit Hannes von Rocketbeans geil gefreestylet. Welche Games zockt ihr gerade und worauf freut ihr euch?

Roger: Also ich hab mir jetzt Halo 5 geholt und zock das jetzt. Ich bin unterirdisch schlecht in dem Multiplayer und freu mich immer, wenn ich mal eine positive Bilanz habe. Die hab ich so gut wie nie (alle lachen). Ich freue mich auf das neue TOMB RAIDER. No Man’s Sky scheint auch interessant zu sein. Horizon von den Killzone machern auch. Das sieht interessant aus. Es gibt viele Sachen aber die Zeit langt nicht um all diese großartigen Spiele zu spielen. Open World ist allgemein ein Problem für mich – das ist ein Zeitfresser. Ehrlich… Schu hat beispielsweise THE WITCHER III zu Tode gespielt. Ich hab Metal Gear Solid 5 durchgespielt und da sitzt du locker mal 50-60 Stunden an dem Spiel dran.

Was sagst du zu the WITCHER III, wenn du es so durchgesuchtet hast?

Schu (mit einem breiten Lächeln): Es ist das geilste Spiel, welches ich jemals gezockt habe.

Eine grundlegende Frage: Seid ihr eher so die Multiplayer oder die Story/Kampagnenspieler? Was wiegt mehr auf: Story oder Gameplay?

Roger: Mir gehts echt um gutes Gameplay. Also wenn die Story noch cool ist, ist es geil. Aber es schreckt mich aber auch nicht ab, wenn die Geschichte scheisse ist solange sich das Game gut spielt. Wie ein Rennspiel: es muss sich gut spielen, egal wie die Background Story ist. Wenn es mal eine richtig gute Geschichte gibt, ist es auch toll. Aber das gibt es selten.  Beim Multiplayer hab ich eher das Problem dass ich zeitlich nicht sagen kann, wann ich zocke. Daher spiele ich Co-op Kampagnen auch so gut wie nie. Ich geb‘ Halo jetzt ne Chance aber meist komme ich Abends Heim oder bin auf Tour und kann meine Spielzeiten nie mit anderen abstimmen. Also bin ich schon eher der Solo-Kampagnenspieler.

Und du Schu?

Schu: Ist bei mir genau so. Spiele, die bei mir in Erinnerung bleiben, sind diejenigen die entweder von der Story genial waren oder halt geile Multiplayer-Games sind, bei denen du schreiend vorm Bildschirm hockst weil du dir sicher bist, dass du den Abzug als erstes gedrückt hast.

Ihr als Fußball Fans: Fifa oder PES ?

Roger: Ich muss sagen ich hab beides schon angespielt aber ich hab bei beiden eindeutig zu wenig Zeit investiert um es bewerten zu können.

Schu: Also ich war früher der absolute PES-Nazi (lachend). Ich hoffe man versteht das hier total aus dem Zusammenhang gerissen, auch wenn man unseren Song „Nazi“ auf unserem Album nicht kennt. Ich hab das bis zum umfallen gespielt. Ich war lange ein absoluter Fifa Gegner. Aber Fußballspiele spielen ist wie Fußball schauen: es frisst einfach zu viel Zeit. Mittlerweile spiele ich lieber ne kurze Runde Fifa, weil es einfach viel mehr Spaß macht mit den original Spielern zu spielen. Aber früher fand ich PES einfach sympathischer und irgendwie besser. Obwohl ich natürlich sonst ein großer Fan der Organisation FIFA bin (lautes Lachen).

Auf Tour: Zocken oder Buch lesen?

Schu: Beides.

Roger: Das ist wirklich so. Ich bin kein Handy zocker. Eine PS Vita hat der Schu. Ich hab z.B. so ein Surface wo ich ein XBOX Pad dran hab. Da zocke ich ein bisschen. Ein Buch lesen ist entspannend aber manchmal kann man da auch nicht die Konzentration aufbringen. Der Bus ist laut und rattert. Es gibt verschiedenes was mich dann runter bringt: wenn ich mir z.B entweder einen Film anschaue, ein Hörbuch höre oder eine Runde zocke. Oder halt lesen … wenn ich noch lesen kann (lacht).

Nerds unter sich: habt ihr den Star Wars Trailer gesehen? Freut ihr euch drauf oder seid ihr nicht so die Star Wars Enthusiasten?

Roger: Den neuen Trailer habe ich noch nicht gesehen. Den Teaser habe ich gesehen. Ich werde mir den Film auf jeden Fall anschauen. Ich glaub auch es wird richtig geil. Keine Ahnung … Natürlich bin ich nicht mehr zehn Jahre alt und sehe Star Wars zum ersten mal und der Film wird mich vermutlich auch nicht so catchen wie früher …

Schu: Das sagst du jetzt! (beide lachen) Ich seh’s schon: wir hocken im Kino mit Popcorn und sind total geflasht.

Roger: Du hast wahrscheinlich Recht. Der Film ist genau für diese Leute wie mich gemacht, die irgendwie die Legende weiter sehen wollen und es gibt aber auch den heutigen Zehnjährigen, der im gleichen Maße ausflippen wird wie ich.

Schu: Disney wird sich mit Star Wars totverdienen! Ich freu mich zumindest riesig drauf!

Schlagwort: Star Wars: Battlefront. Habt ihr die Beta gespielt und freut ihr euch drauf?

Roger: Die Beta hab ich gespielt. Ich hab Bock drauf weil das Setting als Shooter im Star Wars Unsiversum ist super. Die Atmosphäre, die Grafik, der Sound – alles ist Hammer.

Schu: Bei mir wirds zu Gunsten von Fallout 4 wahrscheinlich von der Spieleliste gestrichen. Ich hab da jetzt bereits so viel gesehen und das Spiel ist einfach meins und das weiß ich auch.

Zurück zu eurer Musik: Maniac von den Demograffics hat laut eurer Aussage ca. 80 % eures Albums „Clap your Fingers“ produziert. Die Demograffics haben jetzt ja jüngst selbst ihr neues Album GLUE rausgebracht.

Roger: Genau und das Album ist super. Auch live sind sie der Hammer. Das kann ich absolut sagen. Sie spielen mit den Tribes of Jizu zusammen, auch auf ihrem neuen Album. Sie spielen ja eigentlich auch immer zusammen die Loop Sessions. Deswegen verstehen sie genau was der andere für Musik macht. Die Tribes sind es gewöhnt Maniac Beats zu spielen. Sie sind ein eingespieltes Team und das Album ist definitiv geil. Also wer Demograffics immer gehasst hat, wird sie deshalb nicht auf einmal lieben. Es ist schon typischer Demograffics Sound, ein bisschen fresher natürlich und zeitgemäßer.

Also im gleichen Stil wie Butter und Cheese?

Roger: Auf jeden Fall. Also es ist produktionsmäßig schon deutlich weiterentwickelter. Auch die Ästhetik und die gesamte Musik an sich ist wirklich krass gemacht. Es ist ein Sample-Nerd-tum mit modernen hinke-Drums, knack-breaker Beats und alles mit einer smoothen Note. Es ist ein bisschen melodiöser, wenn man das jetzt vergleicht mit dem letzten Album. Es ist ein bisschen mehr Soul drin. Auf jeden Fall ein verdammt gutes Rap-Album!

Die Demograffics stammen aus Regensburg und halten dort die Rap-Flagge hoch. Hört ihr euch sonst noch irgendwelche Newcomer an, die ihr interessant findet – beispielsweise aus München? Ich bin beispielsweise vor kurzem auf Grasime und Nino El Dino gestoßen, die auch aus München stammen. Sind die euch ein Begriff?

Schu: Wir hören uns grundsätzlich alles an. Da spielt es auch keine Rolle ob die Musik aus München kommt oder nicht. Grasime und Nino El Dino haben ich auch gehört und hab es gefeiert.

Roger: Also ich wusste nicht, dass sie aus der Stadt sind. Ich habe vor Kurzem Grasime über Schu kennen gelernt und meinte noch zu ihm „Hey ich glaub ich hab mal ein Video von dir gesehen“ und fands geil, dass er aus München kommt. Also es freut mich schon, wenn ich merke dass Leute hier um die Ecke wohnen, die ich super finde weil dann kann man vielleicht mal eher was zusammen machen, als dass man im Zug hin und her fährt. Es kommt jetzt aber in die Bewertung nicht rein, ob der Künstler ein Münchner ist oder nicht.

Ich habe Roger vorm Interview noch gesagt, dass „Clap your Fingers“ für mich persönlich eins der Überraschungsalben …

Roger: des Abends war! (lautes Gelächter).

Aber auch nur für einen Abend. Nein mal ernsthaft: „Clap your Fingers“ zählt für mich zu den Überraschungsalben des Jahres. Ich hatte das Album zunächst überhaupt nicht auf dem Schirm bis ich euer Video „Deine Jungs, meine Jungs“ sah und total erfreut war von euerer Kombo. Was steht bei euch nach eurer Tour noch an? Was ist euer Plan? Wird das Projekt Roger&Schu weiter fortgeführt? Das Album kam ja sowohl bei Fans und Kritikern sehr gut an.

Schu: Die Tour ist ja mit Keno zusammen. Wir werden auf jeden Fall erst einmal unsere Shows spielen. Wir sind im November unterwegs, haben für Dezember einige Konzerte am Start und sind gerade dabei für Februar noch paar Konzerte auf die Beine zu stellen. Was jetzt noch fehlt ist die München Show. Da haben wir jetzt einen Termin für Februar.

Warum erst im Februar?

Schu: Naja, um Weihnachten oder Silvester herum wollten wir keine Show spielen. Danach werden wir zunächst auf den anstehenden Festivals spielen und sind noch am überlegen ob wir noch etwas konkretes für die Festivals machen und releasetechnisch veröffentlichen wollen. Aber das müssen wir noch schauen. Aber bisher ist das jetzt erst einmal der Plan.

Roger: Ob man jetzt nun sofort mit einem neuen Projekt anfängt oder erst verschnaufen muss, klärt sich immer erst nach der Tour, aber ich hab derzeit ja auch nicht groß was anderes geplant. Aber man muss dann schauen, wie der Vibe ist  oder was der andere so macht, wie die Pläne sind, usw. Das haben wir bei Blumentopf auch immer gmeacht. Ich will jetzt nicht sagen, dass in zwei Jahren erst das nächste Release erscheint, denn ich habe bisher wie gesagt noch nichts vor. (lacht)

Also alles kann, nichts muss.

Schu: Genau in diesem Sinne.

Roger: Jeder kann nicht, manche müssen auch. (lacht)

Zu guter Letzt: Die Blumentopf Auflösung. Jungs, warum?

Roger: Das ist natürlich noch das Ding, wenn du fragst „Was ist nach der Tour noch geplant?“. Natürlich das große Blumentopf Abschiedskonzert nächstes Jahr. Das hat unsere Befürchtung absolut übertroffen als wir mitbekamen wieviele Leute mit gebrochenem Herzen zu Hause saßen. Aber wir haben das wirklich schon länger vorgehabt das zu machen. Wir wussten aber nicht wie und wann wir damit an die Öffentlichkeit gehen sollen. Es war ein Schritt der klar war und wir haben es eigentlich lange vor uns hergeschoben . Da war das TNT Album noch und es gab auch nie so einen Band-Crash bei dem es einen großen Streit gab oder ähnliches, wo wir beschlossen haben „hey jetzt hören wir auf“.

Es war eher ein logischer Schritt bei dem wir uns alle dachten „Ey, lass uns das machen solange es noch cool ist“. Weil wir können so nicht weiter machen. Wir zwei mit unserer Roger&Schu Formation bereits ganz anders weiter. Der Holunder arbeitet fest woanders. Sepalot schiebt musikalisch schon lange einen ganz anderen Film. Der Cajus macht das Cafe draußen. Das ist halt nicht mehr so wie früher, die fünf Jungs aus dem Reihenhaus. Es ist nicht mehr die Clique die Musik macht. Wir könnten Blumentopf bestimmt auch weiter fortführen. Finanziell würde es auch problemlos laufen. Es wäre z.B. lukrativ jetzt noch ein Blumentopf Album zu machen, aber wir haben gedacht „ey, am coolsten wäre der Move zu sagen wir hören auf und machen ein Ende“. Wir lassen den Namen noch einmal cool dastehen und bevor wir es halb durchziehen und/oder sagen, dass zwei von ihnen jetzt Blumentopf-Light heißen und zu zweit weiter machen, beenden wir es richtig.

Da haben wir ja bereits ein Problem dass wir sagen, wir machen zu zweit weiter. Aber es ist jetzt nicht so dass wir sagen, wir wollen nicht mehr bei Blumentopf mitmachen, sondern wir sind halt die beiden, die noch rappen und noch lust drauf haben. Da ist aber viel noch in der Planung. Wir haben jetzt noch eine Zusatzabschluss-Show (vor der offiziellen Abschieds-Show). Die Abschluss-Show im Zenith war an einem Tag ausverkauft. Das haben wir nicht erwartet. Wir haben vorher noch gedacht  „Wow ok, keine Ahnung, ob wir da zu groß denken.“ Aber wir waren auch schon immer Tiefstapler. Wir machen jetzt die Zusatzshow und da sind natürlich noch einige Personen, die jetzt fragen ob wir als Blumentopf noch dies oder das machen wollen. Jetzt sind wir am abwägen und planen, wie wir das endgültig am besten machen wollen. Bis zum Ende ist es ja noch ein Jahr hin.

Handelt es sich um ein endgültiges Ende oder könnt ihr euch vorstellen irgendwann in fünf oder zehn Jahren nochmal zumindest ein Album für die Fans zu veröffentlichen?

Schu: Es ist schon auf jeden Fall ein endgültiges Ende. Was in fünf Jahren ist kann natürlich keiner sagen. Jedoch ist in keinem unserer Köpfe jetzt schon der Gedanke verankert, dass wir denken „Ja, nach der Abschluss-Show machen wir die Reunion-Tour usw.“ Nein, das machen wir nicht! Es ist auf jeden Fall ein Ende. Es ist wie der Roger gesagt hat: es war alles cool zwischen uns, aber wir waren auch alle nicht mehr zu 100% an dem Projekt Blumentopf dabei. Aber Blumentopf ist keine Nebenher-Band, die man mit halben Herzen und Einsatz führen kann. Nein, Blumentopf ist so lange unser Lebensinhalt gewesen. Etwas wo wir so viel Arbeit und Energie reingesteckt haben. Daher wäre es schade gewesen, wenn wir Blumentopf mit irgendwelchen unregelmäßigen und halbherzigen Releases hätten vor sich hindümpeln lassen. Dann lieber sagen: hier ist ein Schnitt und jetzt machen wir etwas anderes – jeder für sich, denn dur brauchst auch den Freiraum um zu sagen: was will ich denn überhaupt? Du kannst nicht sagen, was will ich denn mit meinem Leben eigentlich überhaupt machen, wenn du permament am Tag fünf Stunden lang irgenwie irgendwelche Blumentopf Sachen checkst. Du musst irgendwann mal auch schauen, was sonst noch so geht. Da ist so ein klarer Schnitt auf jeden Fall auch im Kopf super wichtig, weil sonst faded es aus und das war definitiv nicht das was wir wollten.

Eine Frage beschäftigt eure Fan-Base im Internet: Warum gibt es nur die Abschieds-Show und keine Abschieds-Tour?

Schu: Innerhalb der Band haben wir viel darüber diskutiert. Blumentopf war unser Lebensinhalt und ist es heute irgendwie ja auch noch. Es war wirklich auch so, dass wir gar nicht wussten, was für ein Gefühl so eine Abschieds-Tour in einem weckt. Wollen wir das wirklich machen? Wollen wir nicht einfach sagen „Das war‘s!“? Da haben wir viel darüber diskutiert. Es gab die Idee der Abschluss-Tour, es gab die Idee der vielen Festivals, es gab die Idee der Abschluss-Show. Dann haben wir uns halt für die Abschluss-Show entschieden um zu sagen „OK, wir sagen jetzt einmal wirklich allen, die noch Bock haben mit uns ein letztes Mal zu feiern, Bescheid“. Das haben wir so kalkuliert, dass wir gedacht haben, dass passt, da kommen alle hin. Was wir dann total unterschätzt haben ist die Tasache welchen Stellenwert wir jetzt gerade aktuell besitzen. Wir haben diese riesige Anzahl an Leuten unterschätzt, die unsere Musik so geprägt hat, die damit aufgewachsen sind und seit zehn Jahren auf kein Blumentopf Konzert mehr gegangen sind, aber die bei der Abschiedsmeldung gesagt haben „Die muss ich nochmal sehen, weil da war ich früher immer da!“. All diese Leute sind auf einmal motiviert worden nochmal zu sagen „Hey fuck, bevor die aufhören muss ich sie nochmal sehen“. Das sind halt richtig, richtig, richtig viele Leute. Dazu kommen dann auch noch die „neuen“ Fans, eine neue Generation an Rap-Hörern die sich denken „Ok, wenn nicht jetzt, wann dann?“.

Euer gemeinsames Album „Clap your Fingers“ wird auch sicherlich seinen Beitrag dazu gehabt haben, dass auch Blumentopf wieder in aller Munde war. Die Außenwirkung war ja: Zwei der alten Blumentopf Jungs machen ein cooles Realkeaper Album. Spätestens da hatte man indirekt Blumentopf wieder auf dem Schirm und es hat bei vielen Klick gemacht. Spätestens nach der Ankündidung eurer Abschieds-Show war dann für viele – auch aus meinem Freundeskreis – klar: ok, diese Möglichkeit dürfen wir uns nicht entgehen lassen. Aber mal Butter bei die Fische: Wird es auch keine Festival Gigs von Blumentopf geben? Als Roger & Schu seid ihr ja sicherlich auf einigen Festivals vertreten. Das könnte man doch mit Blumentopf Auftritten verbinden.

Roger: Um Tacheles zu reden: Wir haben gesagt, dass es nur eine Abschiedsshow geben wird. Du kannst nur einmal Tschüss sagen. Jetzt haben wir extra schon eine Vor-Abschiedsshow organisiert, die vor dem letzten Konzert stattfindet. Damit wir nicht die Leute betrügen, die gesagt haben ich kaufe für die letzte Blumentopf Show ein Ticket. Jetzt schauen wir einfach wie es da läuft. Seien wir ehrlich: Zwei Mal Zenith ist schon der Wahnsinn. Wir haben jetzt nicht vor eine Tour zu machen. Wir werden aber alles diskutieren, wenn da irgendwas richtiges und interessantes dabei ist, was für die Fans keine Verarschung ist. Wenn dies der Fall sein sollte, werden wir das in Betracht ziehen, aber bis dahin steht die Abschieds-Show fest und danach wird es definitiv keine Blumentopf Konzerte mehr geben. Auch die Zusatzshow hat uns bereits Kopfzerbrechen bereitet. Am 22.10. haben wir die Abschluss-Show und am 21. ist das Zenith leider nicht frei, weil BMW drin ist.

Schu: Fuck BMW. (lautes Gelächter)

 Roger: Am 23.10. hätten wir aber spielen können. Aber wir haben dann gesagt „Hey, der 22.10. ist halt das Abschiedskonzert. Genau wie wir es gesagt haben. Wenn wir jetzt aber am 22. und 23. spielen, dann sind ja einige sicherlich angepisst, die für die offiziell letzte Show ein Ticket ergattert haben. Aber die eigentlich letzte Show wäre dann einen Tag später. Deshalb haben wir uns dafür entschieden – finanziell gesehen eigentlich total dumm – die Sachen für das Zusatzkonzert der Vorab-Abschiedsshow zwei Wochen zuvor am 09.10. aufzubauen und dann wieder abzubauen. Ich hoffe man sieht daran, dass wir das ganze fair für die Leute machen wollen. Es soll nicht so sein, dass wir sagen, wir kassieren am Ende nochmal ab sondern es ist halt der Schluss und am Schluss wollen wir auf keinen Fall etwas falsch machen.

Schu: Wir wollen wirklich mit den Leuten, denen es was bedeutet, gemeinsam den Abschied feiern.

Nun zum Ende: Wenn das Interview erscheint, werdet ihr in der Roger & Schu Konstellation frisch auf Tour sein. In welchen Städten wird man euch erleben dürfen?

Schu: Das weiß ich sogar ganz genau, da ich als Promo-Beauftragter sehr viele Päckchen verschickt habe. Also: wir sind in Bremen, dann sind wir in Bochum, in Heidelberg, in Tübingen, dann gehts weiter nach Köln, Erlangen, Hannover, Hamburg, Augsburg … und eine Stadt hab ich vergessen. Das tut mir leid (schmunzelnd). Es sind zehn Städte. Am 04. November gehts los.

München steht dann gesondert im Februar an?

Schu: Genau. Wir haben uns überlegt, dass wir in München etwas größeres spielen, aber da war jetzt im November einfach nichts mehr frei. Im Dezember ist es immer schwer. Wir waren ein bisschen spät dran mit der ganzen Tourplanung und die Locations, die wir ins Auge gefasst haben, waren voll weswegen wir dann beschlossen haben mit dem München Gig ein bisschen zu warten.

Ich bedanke mich. Viel Spaß auf der Tour!

 


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Wer ist nur dieser Toni und was macht er eigentlich hier? Das haben sich mittlerweile bestimmt einige Lehrer, Professoren, Freunde und Kollegen im Laufe der Zeit das eine oder andere Mal gefragt. Ich bin ein leidenschaftlicher Schreiber, Blogger und Podcaster. Ein begeisterter Journalist, Filmkritiker, Poetry-Slammer und der kreative Kopf hinter 30Frames.de , fett oder?



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