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Published on November 7th, 2013 | by Toni Forsati

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Red Dead Redemption – The Hanging of Bonnie MacFarlane (Kurzfilm)

Spätestens seit Tarantinos „Django Unchained“  sind Western-Epen wieder angesagt. Exakt zur richtigen Zeit (könnte man meinen) stellt „Silk Dog Films“ ihre filmische Interpretation zu einem der wohl besten und beliebtesten Videospiele der aktuellen Konsolengeneration online: Red Dead Redemption. Der Spielehit vom Entwickler Rockstar Games (R*), dem wir u.a. die GTA Reihe zu verdanken haben, überzeugte vor allem durch seine lebendige und erbarmungslose Spielwelt, den unterhaltsamen Charakteren und seiner brachialen Gewalt. Diese Zutaten verhalfen „Red Dead Redemtion“ in der richtigen Mischung zu einem modernen Klassiker zu werden.

Sichtlich inspiriert von „Django Unchained“ hat es „Silk Dog Films“ mit begrenzten Mittel erfolgreich geschafft, das beispiellose Spielgefühl aus RDR sprichwörtlich auf Celluloid zu bannen, denn der Kurzfilm ist im trashigen Grindhouse Stil gedreht worden. Doch Vorsicht ist geraten für zartbesaitete Zuschauer: ganz im Stile des Spieles ist der Film sehr brutal undblutig visualisiert worden. In Hinblick auf „World War Z“ kommen auch Zombie Fans voll und ganz auf ihre Kosten.

http://www.youtube.com/watch?v=cPBqYLS09a4

 

Kluggeschissen:

Seit der Veröffentlichung von Red Dead Redemption im Jahr 2010 sind sich Spieler und Kritiker weltweit einig, dass das Open-World Spektakel prädestiniert ist für eine filmische Umsetzung. Mit „Red Dead Redemption – The Hanging of Bonnie MacFarlane“ ist dies nun letztlich in kleiner  Form geschehen. Lose an die Spiel-Mission „Bonnie MacFarlane wird gehängt“  angelehnt, ist es ein Vergnügen dem Protagonisten John Marston erneut über die Schulter zu schauen. All jene Aspekte des Spiels, wofür die Fans RDR geliebt haben, sind hier nun in filmischer Form gelungen vorzufinden:  die allgegenwärtige Bedrohlichkeit und Brutalität der Outlaws und Cowboys auf der einen Seite und der dreckige, zynisch-schwarze Humor in den Dialogen auf der anderen.  Man erkennt, dass „Silk Dog Films“ verstanden hat, weswegen RDR ein solch gefeiertes und geliebtes Spiel ist. Zudem passt der Grindhouse Stil perfekt zum Setting: dreckig und trashig, wodurch die übertrieben dargestellte Gewalt außerdem einen Comic-Touch erhält.

Die Tatsache, dass die selbstironische Erweiterung des Spiels „Read Dead Redemption: Undead Nightmare“ dem Ende des Filmes auch noch als Vorlage dient und dadurch zwei Genres miteinander vermischt werden (Western- und Zombiefilm) zeugt nur von dem Mut der Macher. In einer Hollywood Adaption wäre dies wohl kläglich nach Hinten los gegangen, welches sowohl Film- als auch Spielefans an den diversen herzlosen Spieleverfilmungen sehen können. Weder die Gamer noch die Cineasten können bei den meisten Videospielverfilmungen befriedigt werden, da die Filme weder der Vorlage gerecht werden (um die Fans zu unterhalten), noch können die meisten Drehbücher überzeugen (um die breite Masse anzusprechen). Doch was stört es die Hollywoodproduzenten? Sie brauchen sich ja bekanntlich nicht die Mühe geben einen guten Film zu drehen, da die Fans eh in die Kinos strömen werden, auch wenn der Regisseur den letzten Mist abliefert.

Hier waren jedoch echte Fans am Werk, die mit der Vorlage respektvoll umgehen und nicht nur Fans des Spiels einen sehenswürdigen und empfehlenswerten Kurzfilm bieten.

Wie schon beim Fan Film „Max Payne Hero“ [der mit einer Laufzeit von 4,50min den gefallenen Anti-Helden Max Payne und den wahren Kern des Spiels deutlich besser darstellte als die haarsträubende Verfilmung mit Mark Whalberg] haben die Fans wieder einmal bewiesen, dass man mit den geringsten Mitteln (auch wenn es sich nur um einen Kurz- und nicht abendfüllenden Film handelt) eine überzeugende Verfilmung realisieren kann. Sie verstehen die wahre Essenz der Vorlage und geben sie unverfälscht wieder.

Hier auch nochmal das gefeierte „Max Payne Hero“. Möge doch bitte ein Independent Regisseur ala‘ Nicolas Winding Refn (Drive, Bronson, Only God Forgives) sich der Vorlage annehmen und einen Film in diesem Stil drehen … einen echten Max Payne Film.

http://www.youtube.com/watch?v=uAWd4CgZ7yE


About the Author

Wer ist nur dieser Toni und was macht er eigentlich hier? Das haben sich mittlerweile bestimmt einige Lehrer, Professoren, Freunde und Kollegen im Laufe der Zeit das eine oder andere Mal gefragt. Ich bin ein leidenschaftlicher Schreiber, Blogger und Podcaster. Ein begeisterter Journalist, Filmkritiker, Poetry-Slammer und der kreative Kopf hinter 30Frames.de , fett oder?



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