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Published on November 7th, 2013 | by Toni Forsati

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JOKER RISING – Independent Film in voller Länge

Die Figur des Jokers fasziniert schon seit Jahrzehnten sowohl Film- als auch Comic-Liebhaber. Sein Debüt feierte der stets grenzdebil grinsende Psychopath dabei sogar in der ersten Batman Ausgabe Batman #1 aus dem Jahr 1940. Seit Bruce Waynes Geburtsstunde wird dieser somit von seinem unzurechnungsfähigen Gegner begleitet. Es heißt ein Charakter gedeiht es erst dann zu einem Helden, wenn er einen ebenbürtigen Gegenspieler vorweisen kann. Die Comiczeichner Bob Kane, Bill Finger und Jerry Robinson haben dies nicht nur mit Bravour gemeistert. Sie haben mit dem Charakter des Joker nicht nur einen gleichwertigen Gegner zu Batman erschaffen. Mehr als das: Mit dem Joker erschufen sie einen Bösewichten, der zu einem Teil unserer Pop-Kultur wurde.

Der Joker – Basierend auf Gwynplaine

Der Joker basiert in seinen Grundzügen auf die Figur des Gwynplaine, der vom expressionistischen Darsteller Conrad Veidt in dem Film The Man Who Laughs (1928) dargestellt wurde (wiederum basierend auf Victor Hugos historischem Roman Der lachende Mann aus dem Jahr 1869).

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Beide Figuren gingen einen neuen Weg hinsichtlich der Charakterzeichnung eines Antagonisten. Weder der Joker noch Gwynplaine waren physisch in irgendeiner Form einschüchternd – im Gegenteil. Ihre Macher erkannten, dass eine psychische Einschüchterung viel furchterregender sei als ein grimmiger Muskelprotz.2007-06-04_124234_the-man-who-laughs-web-005

Stellt euch vor ihr beschreitet nach einem heiteren Abend in der Nacht euren Heimweg. Es ist düster und ihr müsst durch einen von zwei Gassen um nach Hause zu gelangen. In der einen Gasse schlendert euch ein betrunkener Riese mit Stiernacken entgegen, während in der zweiten Gasse ein hagerer Typ zu sehen ist. Dieser setzt ein solch breites Grinsen auf, sodass seine fletschenden Zähne zu sehen sind. Seine irren, glasigen Augen durchbohren euch während er lauthals lacht und euch entgegen kommt. Verdammt, in so einem Fall laufe ich zu dem betrunkenen Riesen und lade ihn sogar zum Kaffee ein.

 

Ein Bösewicht erobert die Kinoleinwand

Viele werden mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass Clowns, egal in welcher Form, spätestens seit Stephen Kings ES etwas Unheimliches verkörpern. Ihr Grinsen, all die Farbe im Gesicht und die  exzentrische Kleidung. Im einen Moment lachen sie dich noch an und einen Augenblick später reißen sie dir entweder den Arm ab (Pennywise in ES) oder spritzen dir durch ihre Ansteckblume Säure ins Gesicht (Jack Nichsolson als Joker). Nein, auch als junger Erwachsener läuft mir beim Anblick eines Clowns ein kalter Schauer über den Rücken. Ok, zugegeben – ich hätte mir nicht mit jungen 8/9 Jahren Tim Curry als furchterregenden Pennywise anschauen sollen. Clowns – ein Trauma, das viele Filmfans bis heute verfolgt.

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Doch egal wie unheimlich und verstörend der Joker auch war, so schafften es die Zeichner und Schreiber bei DC Comics  ihm eine gewisse sympathische Seite zu schenken. Der Joker wurde zu einem Phänomen. Spätestens seit seinen beiden Ausflügen auf der Kinoleinwand ist der Joker als Kultfigur nicht mehr weg zu denken. Jack Nicholsons Interpretation des Jokers in der 1989er Batman Verfilmung von Tim Burton wurde der Comic Vorlage mehr als gerecht. Er schaffte es dem Wahnsinn des Jokers ein Gesicht und eine Hintergrundgeschichte zu geben.

Zu Heath Ledgers Joker muss nicht mehr viel gesagt werden. Hier konzentrierten sich Regisseur Christopher Nolan und Ledger auf die Bedrohlichkeit und dem chaotischen Wahnsinn seiner Person und ließen dessen Hintergrundgeschichte bewusst außen vor. Die atemberaubende schauspielerische Leistung Ledgers brachte ihm posthum (zu Recht) den Oscar als bester Nebendarsteller für The Dark Knight Rises ein.

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JOKER RISING – Ein Independent Film von und für die Fans

Der Joker ist mehr als nur der Antagonist zu Batman. Im Grunde ist er der heimliche Held des DC Universums. Bezüglich seiner Herkunft gab ihm DC auch bewusst keine einheitliche Version. Dies ist die Basis für den Legendenstatus des Jokers, woraus viele unterschiedliche Interpretationen und Ansätze resultierten.

In Anlehnung auf die Nolan’sche Batman Interpretation hat Alek Gearhart von Smoking Alien Production einen 80 minütigen Spielfilm namens Joker Rising gedreht, in der es um seine Version der Hintergrundgeschichte um den Joker aus The Dark Knight geht. Es handelt sich hierbei um einen R-Rated Film (ab 18 Jahre), weswegen zartbesaitete Damen und Herren einen Bogen um diesen Film machen sollten. Allen anderen Batman Fans kann ich Joker Rising nur herzlichst empfehlen. Ich wusste zunächst nicht was ich von dem Film erwarten sollte, doch nachdem ich ihn sah, war ich wirklich sehr überrascht von der erzählerischen Qualität des Filmes. Joker Rising ist sehr düster und melancholisch ausgefallen und gefällt mir trotz des sehr geringen Budgets, welches Gearhart zur Verfügung stand.

Bei dem Film handelt es sich noch um einen Rohschnitt. Die Filmmacher wollen über ihre Youtube Kommentare noch ein wenig konstruktive Kritik von den Fans erhalten bevor sie den Film endgültig beenden und im Anschluss aufpolieren. Film-Making im Web 2.0

Viel Spaß bei Joker Rising!

http://www.youtube.com/watch?v=AvQBRrSsPtY

 

 


About the Author

Wer ist nur dieser Toni und was macht er eigentlich hier? Das haben sich mittlerweile bestimmt einige Lehrer, Professoren, Freunde und Kollegen im Laufe der Zeit das eine oder andere Mal gefragt. Ich bin ein leidenschaftlicher Schreiber, Blogger und Podcaster. Ein begeisterter Journalist, Filmkritiker, Poetry-Slammer und der kreative Kopf hinter 30Frames.de , fett oder?



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